Definition: Was sind Espadrilles?
Espadrilles sind leichte Schuhe für warme Tage. Ihr wichtigstes Erkennungsmerkmal ist die geflochten wirkende Sohle aus Jute oder Espartogras. Das Obermaterial besteht häufig aus Canvas, Baumwolle, Leinen oder Leder.
Klassische Espadrilles sind flach und geschlossen wie ein leichter Slip-on . Es gibt sie aber auch als offene Sommermodelle, als Sandaletten oder mit Keilabsatz . Durch ihre Naturfasern wirken sie entspannt, sommerlich und mediterran.
Espadrilles einfach erklärt
Eine Espadrille erkennst du meist sofort an der sichtbaren Flechtung an der Sohlenseite. Diese Struktur unterscheidet den Schuh von gewöhnlichen Stoffschuhen und prägt seine natürliche, handwerkliche Wirkung.
Der Schuh ist leichter und informeller als ein geschlossener Lederschuh, aber bedeckter als eine klassische Sandale . Genau deshalb funktionieren Espadrilles gut, wenn du im Sommer luftig gekleidet sein möchtest, aber keinen sehr offenen Schuh tragen willst.
Viele Modelle haben unter der geflochtenen Natursohle eine dünne Gummischicht. Sie schützt die Sohle beim Gehen und macht Espadrilles alltagstauglicher. Die sichtbare Jute bleibt dennoch ein empfindlicher Teil des Schuhs.
Geschichte der Espadrilles
Espadrilles haben ihren Ursprung in den Pyrenäen. Bereits im 14. Jahrhundert wurden sie in Regionen wie Katalonien und dem Baskenland als funktionale Arbeitsschuhe getragen. Die Sohlen bestanden traditionell aus Espartogras, einer robusten Pflanzenfaser, von der sich auch der Name des Schuhs ableitet.
Der einfache Schuh wurde später Teil der internationalen Mode. In den 1970er-Jahren entwickelte Yves Saint Laurent gemeinsam mit dem spanischen Unternehmen Castañer Espadrilles mit Keilabsatz. Die neue Variante verband die natürliche Jutesohle mit einer eleganteren, höheren Silhouette und machte Espadrilles auch für modische Anlässe interessant.
Welche Espadrilles gibt es?
Flache Espadrilles
Flache Espadrilles sind die klassischste Variante. Sie umschließen den Fuß meist mit einem textilen Schaft und wirken unkompliziert, leicht und lässig. Sie passen besonders gut zu sommerlichen Alltagslooks, Shorts, Jeans und lockeren Hosen.
Espadrilles mit Keilabsatz
Espadrilles mit Keilabsatz verbinden Höhe mit einer vergleichsweise stabilen Auftrittsfläche. Sie wirken femininer und angezogener als flache Modelle. Zu Kleidern, Röcken oder einer weiten Hose können sie eine lange, ruhige Beinlinie unterstützen.
Plateau-Espadrilles
Bei Plateau-Espadrilles ist die Sohle durchgehend erhöht. Das gibt sichtbar Höhe, ohne dass der Fuß so stark nach vorn geneigt ist wie bei einem hohen Absatz. Die Wirkung bleibt modern und sommerlich, kann durch die stärkere Sohle aber präsenter ausfallen.
Espadrille-Sandaletten
Offene Varianten verbinden die typische Jutesohle mit Riemen, Fersenhalt oder Schnürungen am Knöchel. Sie liegen optisch zwischen Espadrille und Sandalette. Achte hier besonders auf den Sitz der Riemen und darauf, dass der Fuß beim Gehen nicht nach vorn rutscht.
Espadrilles kombinieren: So wirken sie stimmig
Espadrilles bringen Leichtigkeit in ein Outfit. Besonders gut harmonieren sie mit natürlichen Materialien, hellen Farben und einer entspannten Silhouette.
Für den Alltag
Flache Espadrilles passen zu Jeans, Chinos , leichten Stoffhosen oder Shorts. Ein sichtbarer Knöchel schafft dabei eine luftige Verbindung zwischen Schuh und Hose. Die Wirkung der Schuh-Saum-Beziehung ist gerade bei flachen Schuhen entscheidend: Ein zu langer, schwer aufliegender Saum kann den Look schnell unruhig machen.
Zu Kleidern und Röcken
Keil-Espadrilles funktionieren gut zu einem luftigen Kleid , einem Midirock oder einem Wickelrock. Die geflochtene Sohle nimmt festlicheren oder weicheren Looks etwas Strenge und lässt sie sommerlicher wirken.
Mit Leinen und Naturtönen
Die natürliche Sohle ergänzt Materialien wie Leinen , Baumwolle und Bast besonders stimmig. Farben wie Creme, Beige, Sand, Cognac, Navy oder Oliv wirken ruhig und machen Espadrilles vielseitig kombinierbar.
Als Stilkontrast
Zu einem klaren Hemd, einer Bluse oder einer schlichten Stoffhose können Espadrilles bewusst die formelle Wirkung reduzieren. Der Look bleibt gepflegt, wirkt aber weniger streng als mit Loafern oder klassischen Lederschuhen.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Sitz: Die Ferse sollte beim Gehen nicht herausrutschen. Gleichzeitig darf der Schuh an Zehen, Spann und Ferse nicht drücken.
- Sohle: Achte auf eine dichte, sauber gearbeitete Flechtung und eine stabile Verbindung zwischen Obermaterial und Sohle.
- Gummischutz: Eine dünne Gummischicht unter der Jutesohle verbessert Haltbarkeit und Trittsicherheit.
- Material: Canvas und Baumwolle wirken lässig. Leder oder Veloursleder können Espadrilles etwas angezogener machen.
- Einsatzbereich: Espadrilles sind Sommerschuhe für trockene Tage. Für lange Wege auf nassem Untergrund oder bei Regen sind sie weniger geeignet.
Espadrilles richtig pflegen
Die Jute- oder Espartogras-Sohle sollte möglichst nicht durchnässen. Feuchtigkeit kann die Fasern aufquellen lassen und die Form beeinträchtigen. Lass die Schuhe nach dem Tragen an der Luft trocknen, aber nicht direkt auf einer Heizung oder in starker Sonne.
Leichten Staub auf dem Obermaterial kannst du mit einer weichen Bürste entfernen. Flecken auf Canvas behandelst du vorsichtig und punktuell mit wenig Wasser und milder Seife. Vermeide es, die gesamte Sohle nass zu reinigen oder Espadrilles in der Waschmaschine zu waschen.
Typische Missverständnisse über Espadrilles
Missverständnis: Espadrilles sind nur Strandschuhe.
Besser: Flache Modelle wirken sehr entspannt, doch hochwertige Varianten aus Leder oder Espadrilles mit Keilabsatz passen auch zu Stadtlooks, Sommerfesten und gepflegten Freizeitoutfits.
Missverständnis: Jeder Schuh mit einer Bastkante ist eine Espadrille.
Besser: Manche Schuhe greifen nur die Optik auf. Typisch für Espadrilles ist die sichtbar geflochtene Sohle aus Naturfasern oder eine entsprechende Verarbeitung, nicht allein ein dekoratives Band an der Sohlenseite.
Missverständnis: Espadrilles müssen immer barfuß getragen werden.
Besser: Barfuß oder mit Füßlingen ist die klassische Wahl. Sichtbare Socken sind möglich, verändern aber die leichte, mediterrane Wirkung deutlich.
Praxischeck: Passt die Espadrille zu deinem Outfit?
- Wähle flache Espadrilles für unkomplizierte, entspannte Alltagslooks.
- Nutze Keil-Espadrilles, wenn du zu einem Kleid oder Rock etwas mehr Höhe und eine femininere Wirkung möchtest.
- Halte die Säume von Hosen bewusst kurz genug, damit Schuh und Knöchel sichtbar bleiben.
- Greife bei der Kleidung natürliche Texturen wie Leinen, Baumwolle oder geflochtene Accessoires auf.
- Trage Espadrilles an trockenen Tagen, damit die Naturfasersohle möglichst lange schön bleibt.
ESKYNA-Merksatz
Espadrilles sind Sommerschuhe mit natürlicher Leichtigkeit. Je klarer Material, Saumlänge und Anlass zusammenpassen, desto stimmiger wirkt ihr mediterraner Charakter.
Beratungsblick
Espadrilles sind eine gute Wahl, wenn du einem Outfit bewusst mehr Weichheit und Freizeitgefühl geben möchtest. Tausche zum Beispiel bei einer leichten Hose und Bluse einen formellen Schuh gegen flache Espadrilles aus. So bleibt dein Look gepflegt, wirkt aber sofort entspannter und zugänglicher.
Weitere passende Begriffe findest du in der Kategorie Schuhe .
Interessantes zu Espadrilles
- Die typische Sohle besteht aus geflochtener Jute oder Espartogras und ist bei vielen Modellen unten durch Gummi geschützt.
- Espadrilles gibt es flach, mit Plateau oder als Variante mit Keilabsatz.
- Nässe kann die Naturfasern der Sohle und ihre Form beeinträchtigen.
Historisches zu Espadrilles
- Espadrilles stammen aus den Pyrenäen und waren bereits im 14. Jahrhundert als einfache, funktionale Arbeitsschuhe verbreitet.
- In Katalonien und im Baskenland wurden Sohlen traditionell aus Espartogras gefertigt.
- In den 1970er-Jahren machte Yves Saint Laurent Espadrilles mit Keilabsatz in der internationalen Mode sichtbar.