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Was ist Mikrofaser?

Mikrofaser ist eine besonders feine Textilfaser, meist aus Polyester oder Polyamid. Erfahre, welche Eigenschaften Mikrofaser hat, wo sie in Kleidung vorkommt und wie du sie richtig pflegst.

Sehr fein und dicht wirkende Mikrofaseroberfläche mit weichem, mattem Griff

Definition: Was ist Mikrofaser?

Mikrofaser ist eine besonders feine Textilfaser mit einer Feinheit von weniger als einem Denier . Der Begriff beschreibt also nicht eine einzelne Faserart, sondern ihre Stärke. Mikrofasern werden meist aus synthetischen Materialien wie Polyester und Polyamid hergestellt.

Durch ihre feine Struktur können Mikrofasern leichte, dichte und weich wirkende Stoffe bilden. Du findest sie deshalb in Sportkleidung, Outdoorjacken, Blusen, Kleidern, Futterstoffen und pflegeleichten Alltagsteilen.

Mikrofaser einfach erklärt

Stell dir vor, ein Stoff besteht aus sehr vielen extrem dünnen Fäden. Je feiner diese Fäden sind, desto dichter lassen sie sich verarbeiten. Das kann einen Stoff weich, glatt, leicht oder wetterbeständiger machen, ohne dass er automatisch schwer wirkt.

Mikrofaser kann sehr unterschiedlich aussehen und sich auch unterschiedlich anfühlen. Manche Stoffe wirken glatt und technisch, andere haben einen matten, samtigen Griff. Aufgeraute Mikrofasern können an Velours oder Wildleder erinnern. Deshalb ist Mikrofaser kein einheitlicher Look, sondern ein vielseitiges Materialkonzept.

Für die Wirkung eines Kleidungsstücks zählen neben der Faser auch Webart, Stoffdichte, Oberflächenveredelung und Schnitt. Ein fließendes Kleid aus Mikrofaser wirkt anders als eine dichte Outdoorjacke oder ein sportliches Shirt.

Welche Eigenschaften hat Mikrofaser?

Mikrofaser ist vor allem beliebt, weil sie Funktion und Komfort verbinden kann. Die konkreten Eigenschaften unterscheiden sich jedoch je nach Materialmischung und Verarbeitung.

  • Leicht und weich: Viele Mikrofaserstoffe fühlen sich angenehm glatt oder samtig an und bringen wenig Gewicht mit.
  • Dichter Stoffaufbau: Die feinen Fasern ermöglichen kompakte Gewebe, die je nach Konstruktion Wind bremsen oder Feuchtigkeit abperlen lassen können.
  • Schnelle Trocknung: Synthetische Mikrofasern nehmen meist wenig Wasser auf und trocknen daher oft schneller als viele Naturfasern.
  • Pflegeleichte Oberfläche: Mikrofaser knittert häufig weniger stark als viele gewebte Naturmaterialien. Das tatsächliche Knitterverhalten hängt trotzdem vom Stoffaufbau ab.
  • Weicher oder fließender Fall: Feine Fasern können einen ruhigen, beweglichen Materialfall erzeugen.
  • Robuste Nutzung: Mikrofaser kann strapazierfähig sein. Wie langlebig ein Teil wirklich ist, zeigen jedoch auch Nahtqualität, Verarbeitung und Materialgewicht.

Ist Mikrofaser atmungsaktiv?

Mikrofaser kann atmungsaktiv sein, aber das ist keine automatische Materialgarantie. Entscheidend ist, wie der Stoff konstruiert wurde: Ein leichtes, offen verarbeitetes Funktionsshirt kann Feuchtigkeit gut weiterleiten. Eine sehr dichte, beschichtete Jacke schützt stärker vor Wind und Regen, lässt aber oft weniger Luft durch.

Gerade bei Sport und Outdoor ist deshalb die Kombination wichtig: Faser, Gewebe, mögliche Membran und Belüftungsdetails bestimmen zusammen die Atmungsaktivität . Auch die Begriffe winddicht , wasserabweisend und wasserdicht beschreiben unterschiedliche Funktionen.

Wo wird Mikrofaser in Kleidung verwendet?

Sportkleidung und Athleisure

Bei Athleisure und Sportkleidung kommt Mikrofaser häufig zum Einsatz, weil sie leicht ist und schnell trocknen kann. In Shirts, Leggings, Trainingsjacken oder Sportwäsche unterstützt sie Bewegungsfreiheit und ein trockenes Tragegefühl.

Wie angenehm ein Teil beim Training ist, hängt zusätzlich von Passform, Stoffdicke und möglichem Stretch ab. Ein enges, dichtes Material kann sich trotz Mikrofaser wärmer anfühlen als ein lockeres Shirt.

Outdoor und Funktionsjacken

Dicht gewebte Mikrofaser findet sich oft in funktionaler Oberbekleidung, etwa bei Softshell , Windjacken oder leichten Übergangsjacken. Sie kann Schutz vor Wind und leichtem Niederschlag bieten, ohne die Jacke unnötig schwer zu machen.

Achte hier genau auf die Produktangaben. Eine Mikrofaserjacke ist nicht automatisch wasserdicht. Für zuverlässigen Regenschutz sind Konstruktion, Nähte, Beschichtung oder Membran entscheidend.

Fließende Blusen, Kleider und Futter

Mikrofaser kann auch elegant wirken. Feine Qualitäten haben oft eine glatte Oberfläche und einen weichen Fall. Dadurch eignen sie sich für Blusen, Kleider, Röcke oder als Futter in Jacken und Mänteln.

Wenn du eine ruhige, gepflegte Wirkung suchst, prüfe den Stoff im Licht und in Bewegung. Sehr dünne Mikrofaser kann statisch aufgeladen wirken oder Transparenz zeigen. Ein gutes Futter und eine passende Stoffdichte machen dann einen deutlichen Unterschied.

Wildlederoptik und Kunstleder

Aufgeraute Mikrofasern können eine weiche, matte Oberfläche mit Wildledercharakter erzeugen. Sie werden unter anderem für hochwertige Kunstleder und veloursähnliche Oberflächen verwendet.

Die Optik allein sagt aber noch nichts über die Qualität aus. Prüfe, ob sich die Oberfläche gleichmäßig anfühlt, ob sie an Kanten sauber verarbeitet ist und wie das Material nach Bewegung oder Reibung aussieht.

Mikrofaser richtig pflegen

Die richtige Pflege hilft, Funktion, Oberfläche und Passform lange zu erhalten. Halte dich zuerst immer an das Pflegeetikett , denn Mischgewebe und Beschichtungen brauchen unterschiedliche Behandlung.

  1. Keinen oder nur sehr sparsam Weichspüler verwenden: Weichspüler kann die Oberfläche funktionaler Textilien beeinträchtigen. Besonders bei Sport und Outdoor ist es sinnvoll, darauf zu verzichten.

  2. Bei niedriger bis mittlerer Temperatur waschen: Hohe Hitze kann empfindliche Kunstfasern und Beschichtungen belasten. Ein schonender Waschgang ist meist die sichere Wahl.

  3. Ähnliche Materialien zusammen waschen: Raue Teile, Klettverschlüsse oder schwere Jeans können feine Oberflächen durch Reibung beschädigen. Ein Waschbeutel bietet zusätzlichen Schutz.

  4. Nicht zu heiß trocknen: Mikrofaser trocknet oft schnell an der Luft. Wenn ein Trockner erlaubt ist, wähle eine niedrige Temperatur.

  5. Flecken zeitnah behandeln: Bei glatten Mikrofasern lassen sich frische Flecken häufig leichter entfernen als eingetrocknete Rückstände.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Mikrofaser ist nicht automatisch hochwertig oder minderwertig. Entscheidend ist, ob das konkrete Kleidungsstück zu deinem Alltag passt und sauber verarbeitet wurde.

  • Fühlt sich der Stoff angenehm an oder eher dünn und künstlich?
  • Passt die Stoffdichte zum Zweck, etwa luftig für Sport oder dichter für eine Jacke?
  • Ist die Oberfläche gleichmäßig und frei von auffälligen Zugfäden?
  • Sitzen Nähte, Reißverschlüsse und Futter sauber?
  • Lässt sich das Teil mit deiner vorhandenen Garderobe kombinieren?
  • Ist die Pflege realistisch für deinen Alltag?

Eine bewusste Einschätzung der Materialqualität schützt dich besser vor Fehlkäufen als die Faserbezeichnung allein.

Typische Missverständnisse über Mikrofaser

  • Mikrofaser ist immer atmungsaktiv.
    Atmungsaktivität hängt von Stoffdichte, Konstruktion und Beschichtung ab. Mikrofaser kann Feuchtigkeit gut transportieren, muss es aber nicht immer.

  • Mikrofaser ist immer wasserabweisend.
    Die Faser allein macht ein Kleidungsstück nicht wasserabweisend. Diese Eigenschaft entsteht durch dichte Gewebe, spezielle Ausrüstung oder Beschichtungen.

  • Synthetik bedeutet automatisch schlechte Qualität.
    Qualität zeigt sich im Zusammenspiel aus Material, Verarbeitung, Passform und Nutzung. Eine gut gemachte Mikrofaserjacke kann funktional und langlebig sein, ein schlecht verarbeitetes Teil dagegen nicht.

  • Mikrofaser eignet sich nur für Sport.
    Neben Funktionskleidung gibt es feine, weiche und fließende Mikrofasern für Blusen, Kleider, Futter oder Accessoires.

ESKYNA-Merksatz

Mikrofaser steht für besonders feine Fasern, nicht für eine einzige Stoffart. Ob sie sportlich, elegant oder wetterfest wirkt, entscheidet die Verarbeitung.

Weitere passende Begriffe findest du in der Kategorie Materialien & Details .

Interessantes zu Mikrofaser

  • Mikrofaser bezeichnet die Feinheit einer Faser, nicht automatisch ihr Ausgangsmaterial.
  • Eine Mikrofaser besitzt eine Feinheit von unter 1 Denier und ist damit feiner als viele herkömmliche Textilfasern.
  • Mikrofasern bestehen häufig aus Polyester, Polyamid oder einer Mischung beider Fasern.
  • Eigenschaften wie Wasserabweisung, Windschutz oder Atmungsaktivität hängen immer von Gewebe, Verarbeitung und möglicher Beschichtung ab.

Historisches zu Mikrofaser

Mikrofasern wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt. Einen wichtigen Meilenstein setzte die Entwicklung von Ultrasuede in Japan um 1970, einem mikrofaserbasierten Material mit wildlederähnlicher Oberfläche. Seit den 1980er-Jahren wird Mikrofaser besonders häufig für Sport, Outdoor und pflegeleichte Alltagskleidung eingesetzt.

Häufige Fragen

Ist Mikrofaser ein natürliches Material?
Nein. Mikrofaser beschreibt die sehr geringe Feinheit einer Faser. In Kleidung besteht sie meist aus synthetischen Fasern wie Polyester oder Polyamid.
Ist Mikrofaser atmungsaktiv?
Das kann sie sein, besonders bei Funktionsstoffen. Wie gut Feuchtigkeit und Luft transportiert werden, hängt aber von Gewebe, Dichte, Verarbeitung und Beschichtung ab.
Kann Mikrofaser in den Trockner?
Orientiere dich immer am Pflegeetikett. Viele Mikrofaserstoffe trocknen schnell an der Luft und reagieren empfindlich auf zu hohe Hitze.