Definition
Nahtzugaben werden beim Zuschneiden zusätzlich zum eigentlichen Schnittmaß eingeplant. Sie ermöglichen das Zusammennähen, Versäubern und - je nach Breite - spätere Änderungen.
Einfach erklärt
Im fertigen Kleidungsstück liegt die Nahtzugabe meist innen und bleibt unsichtbar. Trotzdem verrät sie viel über Verarbeitung und Änderbarkeit. Sehr knapp zurückgeschnittene Zugaben wirken schlank, lassen aber kaum Spielraum zum Weiten. Breitere Zugaben können bei hochwertiger Schneiderei bewusst als Reserve erhalten bleiben.
Worauf du achten solltest
- Schau bei Hosen, Röcken und Jacken nach, ob an wichtigen Nähten Änderungsreserve vorhanden ist.
- Prüfe, ob die Kanten sauber versäubert sind und nicht ausfransen.
- Beachte, dass breite Zugaben bei feinen Stoffen durchdrücken können.
Typisches Missverständnis
Die Nahtzugabe ist nicht die Naht selbst. Sie ist das Material außerhalb der Nahtlinie und beeinflusst Verarbeitung sowie Änderbarkeit.
ESKYNA-Merksatz
Was innen neben der Naht liegt, entscheidet oft darüber, wie lange ein Kleidungsstück anpassbar bleibt.