Definition
Ein Bias Cut liegt meist ungefähr im 45-Grad-Winkel zu Kette und Schuss. In dieser Richtung kann sich ein gewebter Stoff stärker dehnen und an Körperformen anschmiegen, obwohl er keinen Stretchanteil besitzt.
Einfach erklärt
Schräg geschnittene Kleider, Röcke oder Tops wirken oft weich, beweglich und körpernah, ohne durch Abnäher stark geformt zu sein. Der Stoff kann sich beim Tragen jedoch verlängern oder an unpassenden Stellen drehen. Deshalb braucht die Verarbeitung Erfahrung und der Saum wird häufig erst nach einer Ruhezeit endgültig ausgeglichen.
Worauf du achten solltest
- Prüfe, ob Seitennähte gerade hängen und sich nicht spiralförmig nach vorn oder hinten ziehen.
- Achte auf genügend Bewegungsraum, weil weicher Fall nicht automatisch bequeme Weite bedeutet.
- Lagere empfindliche Bias-Teile möglichst so, dass sie sich nicht dauerhaft aushängen.
Typisches Missverständnis
Bias Cut bedeutet nicht einfach asymmetrisch. Entscheidend ist die diagonale Lage des Schnittteils im Stoff.
ESKYNA-Merksatz
Der Schrägschnitt lässt gewebten Stoff fast wie eine zweite Haut fließen - schön, aber konstruktiv anspruchsvoll.