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Was ist Taft?

Taft ist ein glatter, dicht gewebter Stoff mit festem Stand, trockenem Griff und feinem Glanz. Erfahre, wie Taft wirkt, worin er sich von Satin unterscheidet und worauf du bei Kleidung aus Taft achtest.

Glänzender Taftstoff mit dichter, glatter Oberfläche und festem Fall

Definition: Was ist Taft?

Taft ist ein glatter, dicht gewebter Stoff mit festem Stand, trockenem Griff und einem feinen, je nach Faser unterschiedlich starken Glanz. Typisch ist sein leises Rascheln bei Bewegung. Anders als weich fließende Stoffe formt Taft sichtbaren Raum um den Körper und gibt Kleidern oder Röcken eine klare, skulpturale Form.

Du findest Taft vor allem in festlicher Mode, etwa bei Abendkleidern, Ballkleidern und Brautmode. Auch als glattes Futter in Jacken, Mänteln oder Blazern kommt eine leichtere Taftqualität vor.

Wie fühlt sich Taft an und wie wirkt der Stoff?

Taft fühlt sich glatt, eher trocken und oft leicht knisternd an. Seine Oberfläche wirkt geschlossen und ordentlich, sein Fall ist nicht weich oder anschmiegsam. Statt am Körper herabzufließen, hält der Stoff Abstand und erzeugt Volumen.

Genau diese Eigenschaft macht Taft interessant: Ein weiter Rock bleibt sichtbar ausgestellt, Falten behalten ihre Form und ein Kleid erhält eine prägnante Silhouette . Der Stoff wirkt deshalb häufig elegant, festlich und bewusst inszeniert.

Das charakteristische Rascheln entsteht, wenn die dicht gewebten Fäden aneinanderreiben. Dieser Effekt wird als Scroop-Effekt bezeichnet. Ob du ihn als edel oder störend empfindest, ist sehr persönlich. Bei einem festlichen Anlass kann er Teil der Wirkung sein, im ruhigen Arbeitsalltag ist er nicht immer praktisch.

Woraus besteht Taft?

Taft beschreibt vor allem die Webart und Stoffwirkung. Er kann aus unterschiedlichen Fasern bestehen. Die Faser entscheidet mit darüber, wie hochwertig, empfindlich, glänzend oder pflegeleicht der Stoff ist.

  • Seidentaft besteht aus Seide . Er wirkt besonders fein, hat oft einen lebendigen Glanz und kann empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren.
  • Polyestertaft besteht aus Polyester . Er ist verbreitet, formstabil und meist unkomplizierter in der Pflege.
  • Acetattaft aus Acetat besitzt häufig eine glatte, leicht glänzende Oberfläche und einen eleganten Fall.

Eine besondere Variante ist Schillertaft, auch Changeant-Taft genannt. Dabei haben Kett- und Schussfäden unterschiedliche Farben. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall kann sich die wahrgenommene Farbe sichtbar verändern.

Wie wird Taft gewebt?

Taft ist ein Webstoff , der meist in Leinwandbindung entsteht. Dabei kreuzen sich Kett- und Schussfäden regelmäßig und dicht. Das sorgt für eine glatte Oberfläche, einen festen Griff und die charakteristische Stabilität des Materials.

Die dichte Webart erklärt auch, warum Taft kaum wie Jersey oder Viskose nachgibt. Bei Kleidungsstücken aus Taft sind eine gute Passform und ausreichend Bewegungszugabe besonders wichtig. Ein zu enges Teil kann schnell Zugfalten werfen oder beim Sitzen unbequem werden.

Taft oder Satin: Was ist der Unterschied?

Taft und Satin werden oft verwechselt, weil beide glatt und festlich wirken können. Ihre Konstruktion und Wirkung unterscheiden sich jedoch deutlich.

MerkmalTaftSatin
WebartMeist LeinwandbindungAtlasbindung
GriffTrocken, fest, oft raschelndGlatt, weich, geschmeidig
FallFormstabil und voluminösFließend und körpernah
GlanzFein bis lebendigMeist deutlich glänzend
WirkungSkulptural, klar, festlichWeich, sinnlich, elegant

Wenn du Volumen, klare Linien oder einen dramatischen Rock möchtest, ist Taft meist die passendere Wahl. Möchtest du dagegen, dass ein Kleid weich fällt und die Körperlinie stärker nachzeichnet, passt Satin oft besser.

Wofür wird Taft verwendet?

Taft eignet sich überall dort, wo ein Kleidungsstück sichtbar Form halten soll. Besonders typisch sind:

  • Abendkleider und Ballkleider: Taft verleiht Abendgarderobe Präsenz und Volumen, ohne dass viele Lagen nötig sind.
  • Brautkleider: Der Stoff kann Röcke, Schleppen und klare Drapierungen skulptural wirken lassen.
  • Ausgestellte Röcke: Ein A-Linien-Rock oder Tellerrock aus Taft bleibt deutlich in Form.
  • Voluminöse Details: Rüschen, Schleifen, Drapierungen oder Ballonsäume profitieren vom festen Materialstand.
  • Futterstoffe: Leichtere Taftvarianten können als Futter in Mänteln, Jacken und Blazern eingesetzt werden.

Taft ist damit weniger ein Stoff für unauffällige Alltagslooks als für Kleidungsstücke, bei denen Material und Form bewusst sichtbar sein sollen.

Worauf solltest du bei Kleidung aus Taft achten?

Taft sieht beeindruckend aus, verlangt aber etwas Aufmerksamkeit bei Auswahl, Tragen und Pflege.

Prüfe die Bewegungsfreiheit

Taft gibt meist wenig nach. Setz dich in der Umkleide hin, hebe die Arme und gehe einige Schritte. Achte darauf, ob das Kleidungsstück an Schultern, Hüfte oder Taille spannt. Gerade bei figurbetonten Schnitten ist ausreichend Bewegungszugabe entscheidend.

Beachte das Knitterverhalten

Taft kann leicht knitteren und bildet oft markante Falten. Bei Seidentaft gehört das zum natürlichen Charakter, bei anderen Qualitäten kann es ungepflegt wirken. Ein Blick auf das Pflegeetikett zeigt dir, ob vorsichtiges Dämpfen oder eine professionelle Reinigung sinnvoll ist.

Teste das Rascheln

Bewege dich im Geschäft bewusst. Das Rascheln ist bei manchen Taftstoffen deutlich hörbar. Für eine Feier oder einen großen Auftritt kann es passend sein. Wenn du lange in ruhiger Umgebung sitzt, sollte es dich nicht stören.

Achte auf empfindliche Oberflächen

Die glatte, dichte Oberfläche kann bei feinem Taft empfindlich sein. Besonders Seidentaft reagiert oft sensibel auf Wasserflecken und Einstiche. Trage Taschen, Schmuck oder Broschen daher mit Bedacht und beachte die Pflegehinweise des Herstellers.

Typische Missverständnisse über Taft

  • Taft ist immer aus Seide.
    Nein. Traditionell wurde Taft aus Seide gefertigt, heute gibt es auch Varianten aus Polyester, Acetat und Fasermischungen.

  • Taft und Satin sind dasselbe.
    Nein. Satin fällt weich und fließend, Taft ist fester und formstabiler.

  • Taft ist nur für historische oder sehr formelle Kleidung geeignet.
    Taft ist besonders in festlicher Mode verbreitet. Moderne Schnitte, reduzierte Farben und klare Accessoires können ihn jedoch zeitgemäß wirken lassen.

ESKYNA-Merksatz

Taft fließt nicht einfach mit, sondern formt bewusst Raum um den Körper. Seine Stärke liegt in klarer Struktur, Volumen und festlicher Präsenz.

Weitere Begriffe zu Stoffen, Oberflächen und Verarbeitung findest du in der Kategorie Materialien & Details .

Interessantes zu Taft

  • Taft besitzt einen dichten, fast steifen Stand und formt dadurch klare, voluminöse Silhouetten.
  • Das typische leise Rascheln beim Bewegen wird in der Fachwelt als Scroop-Effekt bezeichnet.
  • Taft wird meist in Leinwandbindung gewebt, während Satin seine glatte Glanzseite durch Atlasbindung erhält.

Historisches zu Taft

  • Der Name Taft leitet sich vom persischen Wort tafteh ab, das gewebt bedeutet.
  • Taft wurde ursprünglich aus Seide gefertigt und galt lange als kostbares Material für repräsentative Kleidung.
  • Besonders in der festlichen Mode des 19. Jahrhunderts sowie der Nachkriegszeit spielte der Stoff wegen seiner skulpturalen Wirkung eine wichtige Rolle.

Häufige Fragen

Ist Taft dasselbe wie Satin?
Nein. Satin fällt weich und fließend, Taft ist fester, griffiger und raschelt häufig bei Bewegung. Beide Stoffe können glänzen, erzeugen aber eine deutlich andere Silhouette.
Knittert Taft?
Ja, Taft kann relativ leicht knitteren und dabei markante, scharfe Falten bilden. Gerade bei Seidentaft gehört diese lebendige Oberfläche oft zum Materialcharakter.
Für welche Kleidung eignet sich Taft?
Taft eignet sich besonders für Abendkleider, Ballkleider, Brautmode, ausgestellte Röcke und Kleidungsstücke mit bewusstem Volumen. Leichtere Varianten werden auch als Futter verwendet.